Artikel über Hopf bei Sound7 von Judith Kühl



»Hopf« ist »Hopf«, sagte Johannes Hopf vor einigen Jahren über die von ihm gegründete Band. Damit meinte der Vollblutmusiker die Mischung aus vier Topmusikern, die zusammen Deutschrock von feinster Qualität lieferten. Mit dabei waren Claus-Peter Eberwein mit seiner gewaltigen Stimme a là Herbert Grönemeyer, Bassist Patrick Müller, Drummer Thomas Keltsch, (später Frank Seybold und Eckhard Jung), Keyboarder Markus Herzer und Kopf der Band, Songwriter und Gitarrist Johannes Hopf.

Jeder ist Profi auf seinem Gebiet, sodass sich als Band die individuellen Begabungen mischten. Das Ergebnis war ein musikalisches Kraftpaket, das vor allem durch seine Texte besondere Feinheiten aufwies. Ein schneller Banderfolg war vorprogrammiert. 2002 war die offizielle Bandgründung. 2003 kam die erste EP »Hopf«. Nebenher überzeugte die Band bei Konzerten und kassiert Lob aus verschiedenen Ecken, auch aus dem säkularen Bereich.

2005 folgte das Debüt »Freiwild«. Prominente Unterstützung bekamen sie dabei unter anderem von Filmkomponist Peter Thomas und Gitarrist Gagey Mrozeck von der Grönemeyer-Band.

Fehler und Segen
Der Banderfolg begeisterte die vier Musiker. Auf lange Sicht erschwerten jedoch Probleme innerhalb der Gruppe die Zusammenarbeit. Johannes Hopf erklärt: »Jeder Musiker kam mit Talent, aber wir haben keinen gemeinsamen Stil gefunden.« Immer wieder kamen Zweifel. »Wo ist mein Platz?«, fragte sich der Songwriter.

Heute sieht er seine Fehler von damals. Seine Versuche Streitigkeiten in der Band zu schlichten, endeten in einer Neutralität, die der Band wenig Raum ließ, neue Wege zu gehen: »Ich habe nie eine Richtung vorgegeben«, kritisiert er an sich selbst. Trotzdem sieht Johannes Hopf den Erfolg der Band: »Gottes Segen war da, bei Konzerten, bei Treffen mit Leuten. Gott hat Türen aufgemacht. Es war immer wieder so, als ob Gott einen Punkt nimmt, wo man von vorne anfangen kann.« Auch das Produzieren des Debüts im Maffay-Studio bei Leslie Mandoki sowie weitere Zusammenarbeiten mit professionellen Musikerkollegen waren für die Band Geschenke des Himmels.

Ein Schlussstrich
Die Frage, ob er in der Band am richtigen Platz ist, war für Johannes Hopf dennoch nicht beantwortet. Der Abschied am Wochenende von Familie und Gemeinde wegen Konzerten in ganz Deutschland belastete ihn. Nach drei Jahren sah er deutlich, dass die Band nicht Gottes Wille für ihn ist.

Der Auflösungsgedanke war für die anderen Musiker schwer nachvollziehbar. Sie dachten über Veränderungen in der Band nach. Doch langfristig veränderte sich zu wenig. Hinzu kam die Loslösung vom Felsenfest-Verlag, bei dem das Album »Freiwild« veröffentlicht wurde. Die Zukunft der Band war zu diesem Zeitpunkt ein Fragezeichen.

Das Markenzeichen »Hopf«
Als der Hänssler-Verlag einige Zeit später Interesse an »Hopf« zeigte, kam neuer Wind auf. Eine Idee, die Johannes Hopf schon lange auf dem Herzen lag, war ein Projekt zu Psalm 23. Seit fast 15 Jahren beschäftigt ihn der Psalm.

Anfang 2007 stand »Psalm 23« als neues Bandprojekt an. Doch nach personellen Veränderungen kam das nächste Tief: »Der typische Bandsound war futsch«, meint Johannes Hopf. Inzwischen sind nur noch Claus-Peter Eberwein und er selbst aus der ehemaligen Stammbesetzung dabei. Damit war für beide klar: »»Hopf« wird es in der Weise als Band nicht mehr geben.« Zukünftig geht es auf Projektbasis weiter. Der leitende Gitarrist erklärt: »»Hopf« ist ein Markenzeichen. Den Bezug zu Musik und Liedern wird es immer geben! »Hopf« ist ein Projekt und nicht mehr eine typische Band mit den damaligen Zielen. Aber Hopf nimmt ihr Mandat ernst, das zu tun, was Gott gerade schenkt.«


Projekt Psalm 23
Ein Geschenk Gottes ist für die beiden Musiker zum Beispiel die CD-Aufnahme von »Psalm 23«. »Ich bin ganz relaxt«, gibt Johannes Hopf zu, »da die ganze Organisation bei unserem Produzent Ralf Konrad liegt.« Claus-Peter Eberwein und Johannes Hopf stehen mit neuen Musikern aus dem heimatlichen Umfeld Kirchheim unter Teck in den Startlöchern.

Sobald Ralf Konrad zur Aufnahme ruft, wird produziert. Wann die neue CD rauskommt, ist damit noch unklar. Vermutlich im Herbst 2008. Freuen kann man sich bereits auf 14 Lieder mit lyrisch schönen Texten, die »Hopf« vorab auf ihrer neugestalteten Homepage präsentiert.

Den ursprünglichen und geschätzten Bandsound von »Hopf« wird man demnächst allerdings vermissen. »Musikalisch wird die CD eher poplastig in Richtung Mainstream für Jung und Alt gehen«, verrät Johannes Hopf.

Keine Show, sondern viel Inhalt
Die Zielgruppe ist künftig offen. »Hopf« als Projekt versteht sich in erster Linie missionarisch. »Das war schon immer mein Wunsch: Klipp und klar sagen, warum wir Musik machen. Etwas anderes war immer unbefriedigend für mich«, schwärmt Johannes Hopf, der endlich das Gefühl hat am richtigen Platz zu sein.

Er will Menschen bewusst von Jesus erzählen und sie zu einer Entscheidung für ihn aufrufen. Für mögliche weitere»Hopf«-Projekte, hat der Musiker bereits viele Ideen: »Ich hab Lust mal eine Lobpreis-CD aufzunehmen oder den verlorenen Sohn als CD-Projekt oder als Musical zu machen.« Dabei geht es nicht um Konzerte, die durch eine gute Show beeindrucken.

So auch Projekt »Psalm 23«, das »ein Programm (ist), dass durch Ehrlichkeit, Verletzbarkeit aber auch durch freudige Glückseligkeit besticht«, heißt es auf ihrer Internetseite www.hopf-band.de.

Warum Psalm 23?
»Es ist vielleicht banal, aber ich finde die bildhafte Sprache in Psalm 23 toll«, erklärt Johannes Hopf, der alle Lieder selbst geschrieben hat. Zu jedem Vers gibt es einen Song, der die liebevolle Nähe Gottes zu den Menschen ausdrückt. »Mein täglich Brot« bedeutet dem Songwriter am meisten.

»Jede Sekunde schaust du aus, wann komm ich zu Dir nach Haus. Dein Hoffen rührt an meiner Seele, ...dein Angebot ist mein täglich Brot, mein Lebenselixier, ...das Amen über mir«, heißt es darin. »Mir ist klar geworden, dass Gott jeden Tag sein Auge auf mir hat. Dieses Wissen bedeutet, keinen Mangel zu haben, wie es in Vers Eins heißt«, erklärt er.

»Hier ist mein Platz«
Wenn Johannes Hopf auf die Geschichte von »Hopf« blickt, sieht er Gottes Spuren. Der Name »Hopf« als Marke ist in Kirchheim unter Teck vor allem durch die eigene Musikschule und die aktive Gemeindearbeit bekannt.

Johannes Hopf betreibt eine Musikschule mit derzeit etwa 330 Schülern, an der auch Claus-Peter Eberwein und Patrick Müller unterrichten. »Diese Schule soll zwar keinen christlichen Stempel haben«, meint Johannes Hopf, »aber Gott schenkt immer wieder Möglichkeiten seine Botschaft weiterzugeben.« Zum Beispiel findet der Unterricht teilweise in Räumlichkeiten der Gemeinde von Johannes Hopf statt. So finden viele Schüler einen ersten Kontakt zur Gemeinde. »Ich warte darauf, dass ich eines Tages mal einen Schüler bei irgendeiner Veranstaltung in der Gemeinde wiedersehe«, träumt Johannes Hopf. »Ich weiß, dass hier mein Platz ist. Gott hat unglaubliche Türen geöffnet«, erzählt der Musiker.

Endlich Friede
Die Musikschule und »Hopf« als missionarisches Projekt werden durch viel Gebet getragen. Das Gebet hat auch für Johannes Hopf seit einigen Jahren eine neue Bedeutung bekommen. Bewusst möchte er sich mit seiner Frau Zeit nehmen, für Lehrer und Schüler zu beten.

»Ich erlebe einen großen Frieden. Ich weiß, dass ich am richtigen Platz bin. Die Sache hat Hand und Fuß!«, erzählt er mit einem glücklichen Lächeln. »Ich bin frei vom Konkurrenzdenken geworden. Früher musste ich immer üben und besser werden. Heute kann ich frei andere fördern, damit sie noch besser werden.« Die Freiheit vom eigenen Erfolgsdruck hat Johannes Hopf verändert.

Entspannt kann er heute sagen: »Ich weiß nicht, wie, wann und wo was läuft in Bezug auf die neue CD. Ich mach mir keinen Kopf darum, wie sie später ankommt. Es liegt in Gottes Hand.« Er ist dankbar für die vielen Möglichkeiten von Gott zu erzählen. Die Musikschule als Möglichkeit für die Heimatstadt.

Das Projekt »Psalm 23« als Möglichkeit für Gemeinden deutschlandweit. Mit großen Erwartungen an Gott, freut sich Johannes Hopf: »Die Sache ist endlich rund. Ich bin gespannt, was daraus wird.«